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30 Jahre nach der Ära Franz Beckenbauer hat es die Generation um Oliver Kahn in St. Petersburg auf dem Fuß, den Grundstein für einen weiteren historischen Triumph zu legen. Der Einzug in das UEFA-Cup-Finale würde Bayern die Tür zum ersten Triple in der Geschichte des deutschen Fußballs weit öffnen.

Der "Kaiser" hat in seiner Laufbahn als Spieler und Trainer alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Aber auf das Triple, dem Gewinn von Meisterschaft, DFB-Pokal und Europapokal in einer Saison, kann auch der Bayern-Präsident nicht zurückblicken.

Der DFB-Pokal steht bereits in der mit zahlreichen Trophäen gefüllten Glasvitrine an der Säbener Straße, die Gravur für den Titel 2007/2008 in der Meisterschale ist nur noch Formsache. Nun soll nach 1996 auch der UEFA-Cup zum zweiten Mal an die Isar geholt werden und auf dem Radhausbalkon vor tausenden Fans auf dem Marienplatz präsentiert werden. "Man hat selten die Chance, das Triple zu gewinnen", sagte Uli Hoeneß. Aus diesem Grund sei die Herausforderung "etwas ganz Besonderes", so der Manager weiter.

Ottmar Hitzfeld, der 2001 mit dem Rekordmeister die Champions League gewann, ist fokussiert auf das erste Endspiel auf internationaler Bühne seit sieben Jahren. Der Trainer gab sich vor dem Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Cup optimistisch: "Wir spielen auswärts fast noch stärker als zuhause." Die hervorragende Grundstimmung aller Beteiligten spiegelte sich nach der Ankunft in der russischen Metropole bei sommerlichen 20 Grad die positive Energie des zu Saisonbeginn mit der Rekordinvestition von 80 Millionen Euro aufpolierten Bayern-Kaders wider.

Vom "Cup der Verlierer" zum Objekt der Begierde

Auch die Einstellung der Profis des einst als "FC Hollywood" verschrienen Renommierclubs stimmt. Franck Ribery & Co. verzichteten nach dem 4:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart kurzerhand auf eine vorzeitige kleine Meisterfeier. Die Konzentration gilt in den Reihen der Isarstädter einzig dem Triumph im "Cup der Verlierer", wie der UEFA-Cup nach dem erstmaligen Verpassen der "Königsklasse" seit zwölf Jahren von vielen verschmäht wurde. "Es ist gut, dass die Mannschaft so heiß ist auf den dritten Titel, nachdem sie schon zwei geholt hat", erklärte Karl-Heinz Rummenigge.

Nach dem 1:1 im Hinspiel kann Hitzfeld aus dem Vollen schöpfen. Torhüter Kahn wird sein 142. Europapokalspiel bestreiten, Phillip Lahm ist ebenfalls wieder mit von der Partie. "Magier" Ribery will nach seinen beiden Traumtoren gegen Stuttgart wieder für den nötigen Zauber sorgen und Luca Toni, der beim ersten Vergleich beider Teams in München wegen einer Gelbsperre auf der Tribüne mitzitterte, ist nach zehn Treffern im laufenden Wettbewerb heiß auf die Krone des besten Torjägers im UEFA-Cup. Außerdem sehnt der Weltmeister das Traumfinale gegen seinen Ex-Klub AC Florenz am 14. Mai in Manchester herbei.

Ohne Drei geht St. Petersburg vor heimischem Publikum in die Partie. Besonders schmerzlich für die Elf von Trainer Dick Advocaat ist der Ausfall von Andrej Arschawin und Radek Sirl (wegen einer Gelbsperre). Der quirlige Arschawin stellte seine Spielkunst beim Hinspiel eindrucksvoll unter Beweis und war bester Akteur bei St. Petersburg. "Das ist ihr wichtigster Mann", unterstrich Rummenigge. Auch Hitzfeld ist nicht gerade unglücklich: "Arschawin ist ein Weltklassespieler. Er kann ein Spiel entscheiden."

Diesmal nicht - zumindest wird Arschawin der "Sahne auf dem Keks", wie Mark van Bommel die Münchner Grundsteinlegung für den UEFA-Cup-Triumph in Anlehnung an das so genannte "Sahnehäubchen" zur Erheiterung der Journalisten auf der Pressekonferenz nannte, nicht im Weg stehen.