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Die Kamille ist ein typischer Fall, bei dem man nicht direkt weiß, ob sie ein Unkraut oder ein Wildkraut ist. Sie ist bekannt dafür, als Heilmittel verwendet zu werden und, dass man sie auch als Genussmittel benutzt.

Doch für manche Bauer ist die Kamille etwas sehr Unbeliebtes. Auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Weiden wachsen sie ständig und verschwenden den kostbaren Platz für die anderen Pflanzen, deswegen empfinden manche sie als Unkraut. Dennoch gibt es friedfertige Landwirte, die sich nicht über die Kamille ärgern, denn sie ist unter anderem eine Zeigerpflanzen, die dort wächst, wo dem Boden etwas fehlt und ist wie eine Art Hilfstrupp sofort zur Stelle, wenn es brennt. Sie wächst zum Beispiel, wenn die oberste Erdschicht verdichtet ist, denn sie ist auch ein „Lockermacher“. Sie kommt zuhauf, wenn auf die oberste Schichten des Bodens ein hoher Druck ausgeübt wurde, wenn der Boden also tief durchfeuchtet war und man dann mit schweren Maschinen übers Feld gefahren ist. Kamille ist ein Flachwurzler und hat Kraft. In flachen Schichten, etwa sechs Zentimeter unter der Oberfläche, sprengt die Wurzeln den zusammengequetschten Boden wieder auf und lockert die Verdichtungen. Ist der Boden wieder o.k., geht auch die Kamille wieder zurück. Außerdem ist im friedfertigen Landbau ein guter, ausgewogener Boden das wichtigste. Die Landwirte finden, dass der konventionelle Landbau auf einem falschen Prinzip aufgebaut ist, nämlich auf dem Prinzip, man müsse die Pflanzen künstlich von außen ernähren. Man versucht, durch mehr und mehr Dünger aus dem Feld alles herauszupressen und erntet entsprechend „künstlich aufgeblasene“ Pflanzen.

Die Kamille ist eher ein Wildgemüse, denn sie wird als Heilmittel und als Nahrung benutzt. Es gibt nur einen geringen teil der Bevölkerung, der sie nicht mag und als störend empfindet. Manche Bauer finden zwar, dass sie reine Platzverschwendung ist, aber es gibt auch die friedfertigen Landwirte, die den Wert der Kamille zu schätzen wissen.